Aktuelles

1. Die JURAGRUPPE – Qualität und Versorgungssicherheit in der Wasserversorgung auf höchstem Niveau
2. Benchmarking EffWB - Bericht über die Ergebnisse der Juragruppe in der 6. Hauptrunde
3. Energieauditzertifizierung nach ISO 50001
4. Silphie – Alternative Energiepflanze für den Grundwasserschutz
5. Forschungsprojekt mit der Techn. Hochschule Georg Simon Ohm in Nürnberg
6. Umsetzung Schutzkonzept für die Tiefbrunnen, Kooperation mit der Landwirtschaft, Pilotprojekt "Silphie"
7. Investition Anschluss Köttweinsdorfgruppe BA1 und BA2
8. Investition Anschluss Langenloh
9. Investition Anschluss Hinterkleebach Muthmannsreuth
10. Investition Anschluss Voitmannsdorf- Drosendorfgruppe

Energieauditzertifizierung nach ISO 50001

Seit Dezember 2015 ist die Juragruppe ZV Wasserversorgung offiziell ein
DIN EN ISO 50001 zertifizierter Betrieb.

Hauptziel des Unternehmens ist die kontinuierliche Optimierung der Energieeffizienz, des Energieeinsatzes, des Energiemanagementsystems und der Prozesstechnologie unter Verwendung der, unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet, bestmöglichen Technik.

Ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 ist grundsätzlich in allen Unternehmen, unabhängig von Größe und Branche möglich. Dabei können Unternehmen selbst entscheiden, ob sie das Energiemanagementsystem als eigenständiges Managementsystem einführen oder in ein bestehendes Managementsystem integrieren.

Was sind die Vorteile einer ISO 50001 Zertifizierung?

Erhöht ein Unternehmen mit einem Energiemanagementsystem seine Energieeffizienz, so spart es nicht nur Energiekosten, sondern kann noch weitere Kosten einsparen. Denn der Gesetzgeber fördert gezielt das Engagement von Unternehmen zur Senkung des Energieverbrauchs auf unterschiedliche Weise: Neben dem Spitzenausgleich nach Energie- und Stromsteuergesetz gibt es auch die Besondere Ausgleichsregelung (BesAR) nach § 63 ff EEG 2017 sowie gezielte Fördermöglichkeiten.

Mit einer Zertifizierung mehrfach punkten

  • 1. Geringerer CO2-Ausstoß:
    Mit mehr Energieeffizienz zu einer besseren Energiebilanz
  • 2. Bewusstsein schaffen:
    Es ist nur möglich, alle Potenziale auszuschöpfen, wenn alle Mitarbeiter den konkreten Handlungsbedarf erkennen und umsetzen.
  • 3. Positive Außenwirkung:
    Mit dem ISO 50001 Prüfzertifikat demonstriert die Juragruppe ZV Wasserversorgung der Öffentlichkeit Ihr Energiebewusstsein. Dies trägt  entscheidend zum positiven Image des Unternehmens bei.
  • 4. Energie und gleichzeitig Steuern sparen:
    Der Gesetzgeber fördert das Engagement von Unternehmen auch in finanzieller Hinsicht, ob mit dem Spitzenausgleich nach Energie- und Stromsteuergesetz, der Besondere Ausgleichsregelung (BesAR) nach § 63 ff EEG 2017 oder gezielten Fördermöglichkeiten.

Was sind die Ziele eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001?

  • Transparenz aller Energieströme im Unternehmen
  • Aufdecken von Kosteneinsparpotenzialen
  • Systematische Verbesserung des Energieeinsatzes, des Energieverbrauchs und der Energieeffizienz
  • Optimierung der Prozesse
  • Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen
  • Umsetzung und Sicherstellung der Konformität mit Ihrer Energiepolitik
  • Kommunikation der Konformität an interessierte Kreise

Schritte zur Einführung eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001

Mit einem Energiemanagementsystem werden die vorhandenen Potentiale zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Senkung von Kosten ermittelt und dokumentiert. Ergebnis sind Empfehlungen, mit welchen Maßnahmen und zu welchen Kosten Energie eingespart werden kann. Es reicht aber bei Weitem nicht aus, einzig und allein die bei der Zertifizierung nach ISO 50001 getroffenen Empfehlungen umzusetzen. Vielmehr tritt das Unternehmen in einen andauernden PDCA(Plan, Do, Check, Act)-Zyklus ein – nur so ist eine kontinuierliche Optimierung möglich. Bei diesem dynamischen Modell sind die Ergebnisse eines Durchlaufs zugleich der Ausgangspunkt des nächsten Durchlaufs.

So kann der aktuelle Energieverbrauch immer wieder überprüft und neu bewertet werden. Das ist die Basis, um die Energieeffizienz zu optimieren und die Kosten zu senken.

  • Plan: Zunächst ist eine energetische Bewertung durchzuführen. Dazu sollten die Verantwortlichen alle relevanten Daten sammeln. Dazu gehören neben dem früheren und aktuellen Energieeinsatz und dem Energieverbrauch auch die relevanten Faktoren, die den Energieeinsatz und den Energieverbrauch beeinflussen sowie Informationen zur aktuellen Energieeffizienz. Auf dieser Basis wird eine dreistufige Analyse durchgeführt. Zunächst werden der Energieeinsatz und der Energieverbrauch analysiert und darauf aufbauend die Bereiche mit dem wesentlichen Energieeinsatz ermittelt. Im dritten Schritt werden Möglichkeiten zur Verbesserung der energiebezogenen Leistung identifiziert. Am Ende des energetischen Planungsprozesses stehen folgende Ergebnisse: Neben der Ermittlung der energetischen Ausgangsbasis und der Definition von Energieleistungskennzahlen sind auch die strategischen und operativen Ziele festgelegt.
  • Do: Bei der konkreten Umsetzung müssen Aktions- und Maßnahmenpläne erarbeitet und ausgeführt werden. Nur so können Verbesserungen erzielt und die gesteckten Ziele erreicht werden. Unverzichtbar ist die Einbindung der Mitarbeiter: Diese müssen nicht nur für das Thema Energiemanagement sensibilisiert, sondern ausführlich informiert und eingebunden werden. Denn die Mitarbeiter sind diejenigen im Unternehmen, die geänderte Prozesse umsetzen. Und da die Mitarbeiter die Prozesse sehr genau kennen, können sie wertvolle Impulse und Anregungen zur weiteren Optimierung liefern. Deshalb ist eine gezielte und aktive Einbindung der Mitarbeiter unverzichtbar.
  • Check: Die Verantwortlichen im Unternehmen überwachen nicht nur die ergriffenen Maßnahmen und überprüfen die Zielerreichung, sondern messen und überwachen auch die Energieverbräuche, die relevanten Einflussgrößen für den Energieverbrauch und die Energieleistungskennzahlen. Außerdem identifizieren sie erforderliche Korrekturen, falls die Messungen zeigen, dass die energierelevanten Prozesse nicht so laufen, dass eine optimale bzw. die gewünschte Energieeffizienz eingehalten wird bzw. nicht mehr gegeben ist. Daraus müssen auch Vorbeugungsmaßnahmen entwickelt werden, die dies künftig helfen zu vermeiden. Zusätzlich sollte die Dokumentation transparent geplant und strukturiert werden. Interne Audits zur Überprüfung der Systemkonformität gehören ebenfalls zu diesem Schritt.
  • Act: Aufgrund der Ergebnisse der Überwachung der Prozesse und der internen Audits nehmen die Prozessverantwortlichen Korrekturen vor. Am Ende – und damit am Anfang – steht das Management-Review: Die Geschäftsleitung überprüft die bisherigen Schritte, die Wirksamkeit und Eignung des Managementsystems. Dann beschließt sie entsprechende Verbesserungsmaßnahmen und setzt neue oder geänderte Ziele. Auf Basis der Entscheidungen der Geschäftsleitung werden erneut Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung der energiebezogenen Leistung ergriffen. Eine stetige kontinuierliche Verbesserung kann gelingen, wenn technische, organisatorische und verhaltensbezogene Maßnahmen gleichermaßen in Betracht gezogen werden.

Wie ist der Ablauf eines ISO 50001 Zertifizierung?

  • Vor-Audit: In dieser Vorbeurteilung ermitteln die Experten den aktuellen Status quo. Sie stellen unter anderem durch eine Standortbegehung fest, welche Anforderungen der ISO 50001 bereits umgesetzt sind. Das Vor-Audit ist optional, also keine Voraussetzung für eine erfolgreiche Zertifizierung.
  • Audit Stufe 1: Vor Ort informieren sich die Experten über die wesentlichen Prozesse des Energiemanagementsystems, den Geltungsbereich und standortspezifische Bedingungen. Außerdem prüfen sie die vorhandene Managementdokumentation und bereiten das Audit Stufe 2 vor.
  • Audit Stufe 2 / Zertifizierungsaudit: Im eigentlichen Zertifizierungsaudit prüfen die Experten, ob das vorhandene Energiemanagementsystem in praktischer Anwendung beim Kunden den Anforderungen der Norm entspricht. Neben der Befragung der Mitarbeiter erfolgt auch eine Bewertung der Unternehmensprozesse, Daten und Kennzahlen. Erfüllt das geprüfte Energiemanagementsystem die Anforderungen empfehlen die Auditoren die Zertifikatserteilung. Der letzte Audittag ist außerdem der Solltermin für das Überwachungs- und das Re-Zertifizierungsaudit.
  • Zertifikatserteilung: Die Erteilung des ISO 50001 Zertifikats erfolgt immer nach dem 4-Augen-Prinzip. Die Zertifizierstelle erhält die Unterlagen und Nachweise vom Audit. Sie prüft, ob die internationalen Regeln bei der Durchführung eingehalten wurden und ob alle erforderlichen Unterlagen vollständig vorliegen. Ist das der Fall erhält der Kunde das Zertifikat. Es bescheinigt die Normenkonformität und Funktionsfähigkeit des Energiemanagementsystems.
  • Überwachungsaudits: Um die Zertifizierung zu behalten, sind jedes Jahr Überwachungsaudits nötig. Dabei prüfen die Experten, ob das Unternehmen kontinuierlich an der Optimierung des Energiemanagementsystems arbeitet und weiterhin die Normanforderungen einhält.

 

  • Re-Zertifizierungsaudit: Das ISO 50001-Zertifikat ist drei Jahre gültig. Danach erfolgt die Re-Zertifizierung. Dabei überprüfen die Experten die Normenkonformität des gesamten Managementsystems und die Wirksamkeit der Systematik des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (PDCA-Zyklus) des Energiemanagementsystems erneut.

Im Rahmen der Zertifizierung nach DIN ISO EN 50001 befindet sich die Juragruppe in einem kontinuierlichen Steigerungsprozess zu einem energieeffizienten und energiesparenden Betrieb. Durch das Sammeln und Vergleichen von früheren und aktuellen Daten und Zahlen zum Energieverbrauch werden immer wieder Punkte mit Verbesserungspotenzial aufgedeckt.

Beispielhafte Maßnahmen / Investitionen, die im Zuge der Zertifizierung verwirklicht wurden:

  • 1. Den Mitarbeitern wurden in einer innerbetrieblichen Informations- und Schulungsveranstaltung umfangreiche Möglichkeiten präsentiert, wodurch sie mit umsichtigem Verhalten ihren eigenen Beitrag zum Energiesparen leisten können. Ihnen wurde z.B. nahegelegt, in der kalten Jahreszeit Türen, Fenster und Tore zu schließen, bei Verlassen eines Raumes das Licht auszuschalten und Geräte nicht unnötig angeschaltet oder im Stand-by-Modus laufen zu lassen. Auch wurden alle Mitarbeiter aufgefordert, auf eine sparsame Fahrweise zu achten und Fahrten sinnvoll zu planen.
  • 2. Mit Hilfe einer Berechnung des Wirkungsgrades der Brunnenpumpe im Tiefbrunnen Moggendorf durch die Firma PFK Ansbach wurde festgestellt, dass sich durch den Einbau einer neuen Pumpe Einsparungen durch eine höhere Förderleistung bei geringerem Energieverbrauch erzielen ließen. Im April 2017 wurde die Pumpe schließlich durch eine Neue im Wert von brutto 46.229,12 € ersetzt. Zukünftig ist pro Jahr von einer Einsparung in Höhe von rund 2.000 € auszugehen.



    Neue Pumpe vor dem Einbau
  • 3. Im Jahr 2016 wurde mit dem Bau des neuen Lager- u. Garagengebäudes eine eigene Dieseltankanlage angeschafft. Ziel hierbei ist es, die ständige Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge zu sichern. Der Wegfall von Tankfahrten stellt eine Zeit-, Weg- und Kostenersparnis in Aussicht. Vier Tanks à 2.000 l Dieselkraftstoff stehen zur Verfügung.
  • 4. Für die Zentrale wurde ein neuer PC angeschafft. So werden die Bildschirme bei Nichtbenutzung automatisch deaktiviert.
  • 5. Durch den Einbau eines Tür-Kontaktschalters wird das Licht im Überwachungsraum beim Verlassen (Abschließen) des Raumes durch die Unterbrechung des Stromkreises abgeschaltet.

Beschluss der Verbandsversammlung:

Das vorbildliche Bemühen der Juragruppe die Unternehmensprozesse und die Arbeitsabläufe energieeffizient, kostensparend und unter Einsatz von bestmöglicher Technik abzuwickeln, ist Zukunftsgestaltung nach dem Motto „Ressourcenschonend, Schöpfungsbewahrend und Generationengerecht“.

Das eingeführte Energiemanagementsystem, mit seinen Effizienz- und Einsparpotentialen, wird befürwortet und die hierfür erhaltene Energieauditzertifizierung nach DIN ISO 50001 wird zur Kenntnis genommen. Die Zertifizierung kann zusätzlich als Aushängeschild für Werbung und Marketing genutzt werden.