Aktuelles

1. Die JURAGRUPPE – Qualität und Versorgungssicherheit in der Wasserversorgung auf höchstem Niveau
2. Benchmarking EffWB - Bericht über die Ergebnisse der Juragruppe in der 6. Hauptrunde
3. Energieauditzertifizierung nach ISO 50001
4. Silphie – Alternative Energiepflanze für den Grundwasserschutz
5. Forschungsprojekt mit der Techn. Hochschule Georg Simon Ohm in Nürnberg
6. Umsetzung Schutzkonzept für die Tiefbrunnen, Kooperation mit der Landwirtschaft, Pilotprojekt "Silphie"
7. Investition Anschluss Köttweinsdorfgruppe BA1 und BA2
8. Investition Anschluss Langenloh
9. Investition Anschluss Hinterkleebach Muthmannsreuth
10. Investition Anschluss Voitmannsdorf- Drosendorfgruppe

Forschungsprojekt mit technischen Hochschule Georg Simon Ohm in Nürnberg

  • Forschungsprojekt mit staatlicher Förderung unter Mitwirkung der Technischen Hochschule Georg Simon Ohm / Nürnberg, der Projektgesellschaft für kommunale Ver- und Entsorgungstechnik aus Ansbach und der Juragruppe
  • Masterarbeit „Fakultät Angewandte Chemie“ von Andreas Schwandner, Student an der Technischen Hochschule Georg Simon Ohm
  • Thema der Masterarbeit: „Beschreibung der Programmierung der Steuerung für die physikalische Entsäuerung für Trinkwasser der Aufbereitungsanlage  Trockau
  • Die Masterarbeit wurde innerhalb von 4 Monaten, teilweise durch Tätigkeit vor Ort im Wasserwerk Trockau erstellt und mit dem Spitzenergebnis 1,0 bewertet
  • Presseerklärung ist nachfolgend beigefügt  

Modernisierung der Wasseraufbereitung der Quellwässer in Trockau

Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Juragruppe in Pegnitz investiert derzeit in seine Quellwasseraufbereitungsanlage in Trockau.
Dabei soll zur Verminderung eines erhöhten Kohlensäuregehaltes ein besonders naturnahes Mischverfahren aus Belüftung und Entsäuerung über natürlich vorkommendem Kalkgestein realisiert werden.
Der nach geltender Trinkwasserverordnung zu hohe Kohlensäuregehalt ist dabei keineswegs für den menschlichen Organismus gefährlich, muss jedoch vor der Einspeisung ins Versorgungssystem entfernt werden, da er Betonbehälter angreift und Leitungen korrodieren lässt.


Als Filtermaterial eingesetzter Jurakalk

Die Modernisierung an der Entsäuerungsanlage wird erforderlich, um in Verbindung mit der nachgerüsteten Belüftungsstufe und dem bereits bestehenden Kalksteinfilter einerseits den Verbrauch an hochreinem und damit teurem Jurakalk zu senken, und andererseits eine noch gleichmäßigere Trinkwasserqualität an die angeschlossenen Verbraucher in Trockau abzugeben.

Für die eingesetzten Verfahren kommt der Aufbereitungsprozess dabei komplett ohne Chemikalien aus, was dem Geschäfts- und Werkleiter des Zweckverbandes, Hans Hümmer, stets ein besonderes Anliegen und Projektvoraussetzung war.

Die Verbraucher können sich künftig über einen besonders gleichmäßigen Härtegrad ihres Trinkwassers und damit auch einen beständigen Geschmack freuen, denn Kalk ist einer der herausragenden Geschmacksträger im natürlichen Trinkwasser.

Das grundlegende Verfahren wurde durch das, vom Zweckverband zur Wasserversorgung der Juragruppe hiermit beauftragte Ingenieurbüro PfK Ansbach GmbH entwickelt und ausgeplant und befindet sich derzeit in der Fertigstellung im hydraulisch-verfahrenstechnischen sowie elektrischen Gewerk.
Das Verfahren, zusammengestellt aus bereits langjährig bekannten Vorgehensweisen in der natürlichen Trinkwasseraufbereitung, stellt dabei in der Kombination im Wasserwerk in Trockau ein Novum dar, bei dem es gilt, das an sich einfache Verfahren unter dem Aspekt veränderlicher Quellwasserparameter zu einem konstant bleibendem Aufbereitungsergebnis zu führen.

Für die dafür notwendige Grundlagenforschungsarbeit traten der Zweckverband und die PfK Ansbach GmbH, die bereits langjährige geschäftliche Beziehungen mit der Technischen Hochschule Nürnberg pflegt, an Herrn Prof. Dr.-Ing. Eberhard Aust und dessen Wasserlabor an der Fakultät Angewandte Chemie heran.

Die zu erarbeitende Abstimmung der beiden Verfahren – Belüftung und Entsäuerungsfiltration – erbringt im Rahmen der Ausarbeitung des erforderlichen Steuerungsmodells künftig wiederum Einsparungen bei Energie und Kalkverbrauch, wobei auch auf bereits erforschte Grundlagen der Wasseraufbereitung aus dem Wasserlabor von Prof. Aust zurück gegriffen werden kann.

So beschreiten nun der Zweckverband der Juragruppe und die PfK Ansbach GmbH als Projektpartner zusammen mit der Technischen Hochschule Nürnberg technisches Neuland im Rahmen eines, durch die Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer mbH letztlich vom Freistaat Bayern finanziell unterstützten, innovativen Vorhabens mit Forschungscharakter.


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Belüftungszelle im Labor der Technischen Hochschule Nürnberg (Wasserlabor)

Zunächst werden dabei, parallel zur Fertigstellung der Anlagen im Wasserwerk, an der Hochschule Vorversuche gefahren, mit denen die späteren Einsatzbedingungen im Wasserwerk getestet werden und die wissenschaftlichen Grundlagen herausgearbeitet werden. Dies, sowie die spätere Adaption der erarbeiteten Steuerungs- und Regelungsgrundlagen erfolgen im Rahmen einer Masterarbeit eines Studenten der Fakultät Angewandte Chemie, unter Betreuung von Prof. Dr. Aust und Dipl.-Chemieingenieur B. Bittner vom Ingenieurbüro PfK Ansbach GmbH.

Das Vorhaben, das staatlich geförderte Forschung an der Technischen Hochschule sowie die Lehre und Ausbildung hochqualifizierter Masterstudenten in Zusammenarbeit mit einem mittelständischen Unternehmen und einem der modernsten, vorwärts gewandten bayerischen Trinkwasserversorger in beispielhafter Weise vereint, hat eine Gesamtlaufzeit von 4 Monaten.

Pegnitz, Nürnberg, den 10.05.2016