Aktuelles (20.12.2025):
Neuester Benchmarkbericht
Mai 2025


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Allgemeines und Erläuterndes zu Benchmarking – Vorwort Rödl & Partner

Das Benchmarking der Wasserversorgung in Bayern geht in die 12. Zwischenrunde. Dies ist aus den verschiedensten Gründen auch gut so.

Der ganzheitliche Benchmarking-Ansatz, den das Landesprojekt seit seiner Initiierung verfolgt, zeigt seit Jahren messbare Erfolge. Dies gilt nicht nur für langjährig treue Teilnehmer, sondern auch für solche Versorger, die erst in den letzten Jahren zum Landesprojekt gestoßen sind oder dies noch planen.

Die Einordnung der eigenen Leistungen im Quervergleich, die Diskussion über die Ergebnisse mit weiteren Teilnehmern und die Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen, die aus der Teilnahme am Kennzahlenvergleich abgeleitet werden, tragen unmittelbar dazu bei, die Wasserversorgung in Bayern zu hinterfragen und voranzutreiben.

Kennzahlen zu Sicherheit, Qualität und Nachhaltigkeit der Wasserversorgung in Bayern fielen insofern zweifelsfrei schlechter aus, wenn es den Kennzahlenvergleich der Wasserversorgung nicht gäbe.

Gerade diese ganzheitliche Bewertung spielt in Zeiten, in denen allzu oft „nur“ der Preis der Wasserversorgung und nicht das Produkt selbst im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht, auch aus kommunikativer Perspektive eine zunehmend wichtige Rolle.

Denn Benchmarking hilft den Teilnehmern am Kennzahlenvergleich nicht nur Gutes zu tun, sondern dies auch glaubhaft darzulegen. Das verbessert die Wahrnehmung der Branche in der Öffentlichkeit und rückt die örtliche Wasserversorgung und deren Kosten in das rechte Licht.

Beim ganzheitlichen Ansatz des Benchmarkings der Wasserversorgung in Bayern profitieren also nicht nur die Teilnehmer von den Kennzahlenergebnissen, sondern auch Verbraucher und Politik. Die oftmals abstrakte Tätigkeit eines Wasserversorgers wird greifbar, vielerorts suggeriertes Selbstverständnis für die Leistung wandelt sich zusehends in Verständnis für das hohe Niveau und die Herausforderungen der Trinkwasserversorgung. Gerade das hohe Niveau ist und bleibt essenziell, um sich den Wert der Wasserversorgung als Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge zu vergegenwärtigen.

Die Teilnahme am Kennzahlenvergleich nutzt also nicht nur unmittelbar, sondern schützt bei möglichst flächendeckenden Teilnahmequoten auch die Branche als Ganzes vor Gewinnmaximierungstendenzen und den damit verbundenen Gefahren für das Lebensmittel Nr. 1. Dafür danken wir Ihnen und hoffen, Sie künftig wieder als Teilnehmer am Benchmarking der Wasserversorgung in Bayern begrüßen zu dürfen.

Die nachfolgend dargestellte Positionsbestimmung basiert auf der Betrachtung des Wirtschaftsjahres 2023 und erfolgt im Vergleich zu den Teilnehmern des Landesprojektes, für das sich in der aktuellen Projektrunde mehr als 62 Unternehmen angemeldet haben. Die Grundsätze der Vertraulichkeit und Anonymität der Daten bleiben dabei jederzeit ebenso gewahrt wie in vorliegendem Individualbericht.


Benchmarking ist ein Analyseinstrument, das dazu dient, die wesentlichen Unterschiede innerhalb des Teilnehmerfeldes anhand von objektiven Kriterien herauszuarbeiten. Die Abweichungsanalyse bildet schließlich die Basis um:

die eigenen Stärken durch einen objektiven Vergleich glaubhaft zu untermauern,
Leistungsdefizite zu identifizieren und Ansatzpunkte für Optimierungsmaßnahmen abzuleiten und
die Wirksamkeit eingeleiteter Maßnahmen zu kontrollieren.

Ein objektiver Leistungsvergleich kann selbstverständlich nur gelingen, wenn auch die Vergleichbarkeit der Daten gegeben ist. Bei der Analyse und Interpretation der Kennzahlen wurden deshalb verschiedene Gruppeneinteilungen vorgenommen.

So wurden Personalkennzahlen in erster Linie im Kontext des Outsourcinggrades – hierunter werden auch „konzern- bzw. stadtinterne Leistungsaustausche“ verstanden – miteinander in Relation gesetzt.

Beim Vergleich der Wasserverluste hingegen werden Gruppen in Abhängigkeit der Versorgungsstruktur gebildet.

Bei der überwiegenden Anzahl der Kennzahlen erfolgte die Gruppeneinteilung anhand der Unternehmensgröße, gemessen an der jährlichen Netzeinspeisung.

Die Juragruppe wurde folgenden Vergleichsgruppen zugeordnet:

Unternehmensgröße: größer 1,0 Mio. bis 2,5 Mio m³ Wasserförderung
Outsourcinggrad: gering
Versorgungsstruktur: ländlich

„Vergleichbarkeit“ ist jedoch nicht gleichzusetzen mit einer völligen „Gleichartigkeit“. Entscheidend ist vielmehr, dass für alle Teilnehmer sowohl eine einheitliche Datengrundlage als auch einheitliche Beurteilungskriterien herangezogen werden.

Nicht zielführend und aufgrund der starken Heterogenität von Wasserversorgungsunternehmen auch nur theoretisch denkbar ist es dagegen, sämtliche Unterschiede zwischen den Unternehmen durch die Bildung möglichst kleiner und damit möglichst „gleichartiger“ Vergleichsgruppen gänzlich auszuräumen. Letztendlich sind gerade die Unterschiede zwischen den Vergleichsunternehmen hilfreich, um sinnvolle Optimierungsmöglichkeiten zu identifizieren.

Eine gewisse Heterogenität des Teilnehmerfeldes muss also gegeben sein, um verschiedene Herangehensweisen im Zuge der Leistungserbringung abzubilden. Nur dann kann es gelingen, von anderen zu lernen, eingetretene Pfade zu verlassen und damit die eigene Leistungsfähigkeit kontinuierlich zu optimieren.

Ziel des Benchmarkings ist es, ein ganzheitliches Bild der Leistungsfähigkeit eines Wasserversorgungsunternehmens (WVU) zu gewinnen. Im Rahmen des Leistungsvergleiches erfolgt deshalb eine Betrachtung unterschiedlicher Beurteilungskriterien entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Somit werden verschiedene Aspekte aus den Bereichen Effizienz, Versorgungssicherheit, Versorgungsqualität, Nachhaltigkeit und Kundenservice in die Betrachtung einbezogen.



Für jedes dieser Optimierungsziele, die auch als „5 Säulen des Benchmarkings“ bezeichnet werden, erfolgt die Bildung von Kennzahlen. Die verschiedenen Aspekte stehen meist in unmittelbarem Zusammenhang, sodass sich jedes WVU in einem Spannungsfeld bewegt, in dem Zielkonflikte entstehen können.


Aktuelle Situation der Wasserversorger / Aussagen zu den klimatischen Problemen

Extreme Wetterereignisse stellen die Unternehmen der Wasserversorgune mitunter vor große Herausforderungen im Hinblick auf die Versorgungssicherheit. Dabei traten derartige Ereignisse besonders in jüngerer Vergangenheit gehäuft auf. So war das Jahr 2023 das wärmste Jahr in Deutschland seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881, dicht gefolgt von den Jahren 2022 und 2018. Ein milder Winter und ein warmer Herbst führten zu einem neuen Rekordwert. In den zurückliegenden zehn Jahren traten sechs Jahre mit einer Jahresdurchschnittstemperatur größer 10°C auf. So hohe Werte wurden vor 2014 in Deutschland noch nie erreicht." Im Gegensatz dazu waren im Jahr 2021 deutlich schwankende Niederschläge im Verlauf des Jahres zu beobachten. Zwischen einem niederschlagsarmen Frühling und einem trockenen Herbst war der Sommer 2021 durch viele Starkniederschläge gekennzeichnet, die zum Teil katastrophale Schäden verursachten.


Abbildung 6: Extremwetterereignisse der letzten Jahre

Dass die veränderten klimatischen Bedingungen sich auf den Wasserhaushalt auswirken, ist unbestreitbar. Flüsse führen zeitweise extremes Niedrigwasser, die Grundwasserspiegel sinken. Gleichzeitig häufen sich Hochwasser- und Starkregenereignisse. So führte das Jahrhunderthochwasser im Juli 2021 im Kreis Ahrweiler zu einer Unterbrechung der Trinkwasserversorgung, weil viele Leitungen zerstört wurden.
Solche Ereignisse verdeutlichen die Notwendigkeit resilienter Wasserversorgungssysteme zur Sicherstellung der Versorgung auch bei Auftreten von Ausfällen und Störungen.

Die Folgen des Klimawandels haben bei der Juragruppe keinen erhöhten Abstimmungsbedarf hervorgerufen. Es besteht keine Notwendigkeit, die eigenen Entnahmerechte oder Bezugsrechte zu erhöhen, bei 21% der Versorger der Vergleichsgruppe ist dies indes der Fall.


Ergebnisse im Bereich Versorgungssicherheit

Die Auslastung der Wasserressourcen der Juragruppe, bezogen auf den Spitzentag des Erhebungsjahres, liegt bei 69,95 %, der Mittelwert der Vergleichsgruppe bei 67,21 %.

Unsere Behälterkapazität beträgt 1,29 d und bewegt sich über dem Mittelwert der Vergleichsgruppe 1,00 d. Der aktuelle DVGW Referenzwert (W 300) empfiehlt Wasserversorgern die Behälterkapazitäten in Abhängigkeit von ihrem maximalen Tagesbedarf zu stellen.

Die Versorgung mit Trinkwasser ist bundesweit in der Regel sehr zuverlässig. Im Jahr 2021 betrug die durchschnittliche Dauer von ungeplanten Versorgungsunterbrechungen im Versorgungsgebiet des WVU 0,95 Min./HA und lag damit unter dem Mittelwert der Vergleichsgruppe (1,46 Min./HA).

Was die Sicherheit der Versorgung im Hinblick auf die Einhaltung der Vorgaben aus der Trinkwasserverordnung angeht, bestätigt sich auch in diesem Projekt für uns ein sehr positives Bild.

Von den analysierten Trinkwasserparametern lagen im Betrachtungsjahr bei der Juragruppe 0,0 % nicht im Rahmen gesetzlicher Grenzwerte, in der Vergleichsgruppe liegen durchschnittlich 0,14 % Grenzwertüberschreitungen vor.

Der Anteil der Grenzwertüberschreitungen bezogen auf mikrobiologische Parameter liegt bei 0,0 %, der Mittelwert der Vergleichsgruppe beträgt 0,10 %.


Ergebnisse im Bereich Versorgungsqualität

Zur Beurteilung der Qualität der Versorgung werden unter anderem Kennzahlen aus dem Bereich der Schadensstatistik (Leitungsnetz, Hausanschlüsse und Armaturen) und der Wasserverluste herangezogen. Anhand der Entwicklung im Zeitverlauf können Rückschlüsse auf mögliche Optimierungspotentiale sowie auf die Wirksamkeit durchgeführter Erneuerungsmaßnahmen gezogen werden.

Die Anzahl der Leitungsschäden beträgt 3,24 Anz. /100 km. In der Vergleichsgruppe beträgt die durchschnittliche Schadensrate 5,37 Anz. /100 km. Die Schäden an Hausanschlüssen liegen bei 2,23 Anz. /1.000 HA, hier beträgt der Referenzwert 2,24 Anz. /1.000 HA. Die Schadensrate bei Armaturen beträgt 1,71 Anz. /1.000 Arm. (Vergleichsgruppe: 2,21 Anz. /1.000 Arm.).

Im Zeitverlauf zeigt sich hier folgende Entwicklung:



Für die Einordnung der Wasserverluste ist das im September 2017 überarbeitete Arbeitsblatt W 392 maßgeblich. Im Vergleich zur Vorgängerversion sieht dieses eine Reduzierung des Pauschalansatzes der scheinbaren Wasserverluste vor, welche bei gleichbleibenden Gesamtwasserverlusten – allein aufgrund des reduzierten Ansatzes der scheinbaren Verluste – zu einer Erhöhung der realen Wasserverluste führt.

Bei den Wasserverlustraten erreicht das Unternehmen einen technischen Verlustwert von 0,01 m³/(km*h). Damit liegen die technischen Verluste unter dem Mittelwert der Vergleichsgruppe (0,05 m³/(km*h)). Der Wert der kaufmännischen Verluste, also der Anteil der nicht verkauften Wassermenge, liegt mit 2,24 % unter dem Mittelwert der Vergleichsgruppe (9,68 %).




Gesamtwasserverluste

Der Anteil Trinkwasser mit weitergehender Aufbereitung der Juragruppe liegt bei 0,00 %, der Mittelwert der Vergleichsgruppe bei 29,49 %.


Ergebnisse im Bereich Effizienz

Bei Wasserversorgungsunternehmen werden die Gesamtkosten auch maßgeblich durch die Kapitalkosten beeinflusst. Diese Kosten sind erfahrungsgemäß nicht bzw. nur langfristig zu beeinflussen und sind häufig auf Entscheidungen der Vergangenheit zurückzuführen, die sich nachhaltig auf die Finanzsituation des Unternehmens auswirken.

Die Kapitalkosten beinhalten die Abschreibungen und die Zinsaufwendungen. So ist bspw. die unternehmerische Entscheidung über Art und Umfang einer Beitragsfinanzierung hierfür maßgeblich und die Intensität der Investitionstätigkeit.

Eine unmittelbare Aussage über die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens lässt sich daraus nicht ableiten. In unserem Fall liegen die Kapitalkosten mit 1,58 €/m³ (Vj. 1,51 €/m³), bedingt durch die hohen Abschreibungen (mit 2.011.668,08 € - VJ 1.904.185,76 €), über dem Mittelwert der Vergleichsgruppe (0,54 €/m³).

Die hohen Abschreibungen sind das Ergebnis von enormen Investitionen und Erneuerungsraten die weit über dem Durchschnitt liegen (vgl. Ergebnisse im Bereich Nachhaltigkeit). An den Kapitalkosten 1,58 €/m³ betragen alleine die Abschreibungen 1,47 €/m³ (Vj. 1,43 €/m³). Dies ist positiv und ein Vorteil für unsere Kunden ist sicherlich auch, dass ihnen ein Versorgungsnetz mit dem aktuellen und neuesten Stand der Technik vorgehalten wird. Bei der Vergleichsgruppe ist der Anteil Abschreibungen 89,94 % der Kapitalkosten. Dies ist jedoch ein Abschreibungsanteil pro m³ in Höhe von 0,49 €/m³, an den gesamten Kapitalkosten von 0,54 €/m³.

Die Gesamtkosten liegen mit 3,40 €/m³ über den Mittelwert der Vergleichsgruppe mit 2,32 €/m³. Für diesen Vergleich müssen jedoch aufgrund der regen Nebentätigkeit die Gesamtkosten um die Kosten für die Nebengeschäfte und die aktivierten Eigenleistungen bereinigt werden. Nach Rödl & Partner betragen die bereinigten Gesamtkosten inkl. Abschreibung 2,70 €/m³, Vergleichsgruppe 2,06 €/m³.

Würden angenommen bei der Juragruppe die Kapitalkosten (überwiegender Anteil Abschreibungen) mit dem Abschreibungsanteil des Mittelwertes der Vergleichsgruppe in Höhe von 0,49 €/m³ zu Buche schlagen, wären bei den bereinigten Gesamtkosten nur 1,72 €/m³ das Ergebnis. Der Mittelwert der Vergleichsgruppe liegt hier bei 2,06 €/m³. Dies lässt das Fazit zu, dass unser Unternehmen höchst effizient betrieben wird.

Als Ansatzpunkt zur Realisierung weiterer betrieblicher Optimierungspotenziale bieten sich neben den kaum, beziehungsweise nur langfristig zu beeinflussenden Kapitalkosten, erfahrungsgemäß die laufenden Kosten an. Dabei wird zwischen Verwaltungskosten und Technikkosten sowie nach Aufgabengebieten und nach Kostenarten unterschieden.

Unsere laufenden Kosten betragen 1,13 €/m³ und liegen damit unter dem Mittelwert der Vergleichsgruppe 1,52 €/m³.


Laufende Kosten (bereinigt)



 

Anmerkung Werkleitung:
11 Cent pro m³ für den Trinkwasserschutz ist in Bayeren mit ein Spitzenwert. Dieser Wert bringt zum Ausdruck, dass der Trinkwasserschutz für die Juragruppe seit jeher oberste Maßgabe ihres Handelns ist. Dies ist schöpfungsbewahrend, generationengerecht und ressourcenschonend.



Die laufenden Kosten Verwaltung liegen mit 0,23 €/m³ unter dem Mittelwert der Vergleichsgruppe 0,28 €/m³.

Laufende Kosten Verwaltung




Die laufenden Kosten Technik betragen 0,90 €/m³, der Mittelwert der Vergleichsgruppe liegt bei 1,17 €/m³.

Laufende Kosten Technik (bereinigt)



Die laufenden Kosten, die für das Netz der Juragruppe entstehen, liegen aktuell bei 0,47 €/m³, der Mittelwert der Vergleichsgruppe: 0,65 €/m³.

Die laufenden Kosten für die Gewinnung betragen bei der Juragruppe 0,31 €/m³, Mittelwert der Vergleichsgruppe 0,46 €/m³.


Energieverbrauch und Kosten
Die deutsche Energieversorgung befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, der einen Umstieg von einem zentralen auf ein dezentrales System mit einem hohen An-teil an erneuerbaren Energien erfordert. Dieser Wandel ist nicht nur für den Klima-schutz wichtig, sondern hat auch Auswirkungen auf die Stromkosten, die sich in den Netzentgelten widerspiegeln. Für die Wasserversorger ist es daher ratsam, sich ver-mehrt um eigene Erzeugungsanlagen zu kümmern, um sich vor steigenden Strom-preisen zu schützen und gleichzeitig einen Beitrag zur Energiewende zu leisten.
Der durchschnittliche Preis für bezogenen Strom beträgt beim WVU 18,61 ct/kWh und liegt damit unter dem Mittelwert von 24,65 ct/kWh.



Anmerkung Werkleitung:
Der im Durchschnitt deutlich niedrigere Strompreis ist durch den Stromeinkauf über den „Spotmarkt“ bedingt und ist Nachweis für Kenntnisse von Märkten, Preisen, Einordnungen von Krisen, Entwicklungen und der richtigen Schlussfolgerungen hieraus.


Personal

Im Fokus von Diskussionen über die Wirtschaftlichkeit von Wasserversorgern steht regelmäßig auch deren personelle Ausstattung. Für die Beurteilung der Mitarbeiterkennzahlen ist die Berücksichtigung des Outsourcinggrades ein unverzichtbarer Bestandteil. Sie werden dem Bereich geringer Outsourcinggrad zugeordnet. Die ermittelte Personalkennzahl bezieht sich auf ein sogenanntes Vollzeitäquivalent (VZÄ), also dem quantifizierten Gegenwert einer Mitarbeiterjahresleistung. Typischerweise werden dabei ca. 1.680 tatsächlich geleistete Arbeitsstunden pro Mitarbeiter und Jahr angenommen.

Insgesamt sind bei der Juragruppe im Bereich der Wasserversorgung 12,52 VZÄ/Mio. m³ bzw. 2,31 VZÄ/1000 HA beschäftigt. Der Mittelwert der Vergleichsgruppe liegt bei 9,77 VZÄ/Mio. m³, bzw. 2,34 VZÄ/1000 HA.

Zur Beurteilung des laufenden Betriebes der Wasserversorgung ist zu beachten, dass im Falle der Juragruppe 6,42 VZÄ/Mio. m³ bzw. 51,27 % der Mitarbeiter Leistungen im Bereich von Nebengeschäftstätigkeiten bzw. aktivierten Eigenleistungen erbringt. In der Vergleichsgruppe liegt der Mittelwert diesbezüglich bei 4,26 %.

Nach Abzug dieser 51,27 % bei der Juragruppe und 6,36 % des Mittelwertes der Vergleichsgruppe, sind somit für den laufenden Betrieb bei der Juragruppe 6,10 VZÄ/Mio. m³, bzw. 1,13 VZÄ/1000 HA beschäftigt.

Der Mittelwert der Vergleichsgruppe liegt nach Abzug von 4,26 %Nebentätigkeiten bei 9,35 VZÄ/Mio. m³, bzw. 2,24 VZÄ/1000 HA.

Die Anforderungen des DVGW-Arbeitsblattes W 1000 hinsichtlich des erforderlichen Qualifikationsniveaus werden durch das Unternehmen erfüllt.


Ergebnisse im Bereich Nachhaltigkeit

Um langfristig eine qualitativ hochwertige und sichere Versorgung mit Trinkwasser gewährleisten zu können, sollten die Versorger kontinuierlich in Erhaltung, Modernisierung und Ausbau der Versorgungsanlagen investieren.

Versorgungsunternehmen zeichnen sich durch eine hohe Anlagenintensität aus. Das Anlagevermögen wird dabei in der Regel vom Verteilnetz dominiert. Einer Schätzung des Bundesministeriums der Finanzen zufolge variiert die durchschnittliche Nutzungsdauer der leitungsgebundenen Einrichtung von Wasserversorgungsunternehmen zwischen 30 und 50 Jahren. Tatsächlich werden insbesondere im Bereich des Verteilnetzes einzelne Anlagenbestandteile bisweilen seit mehr als 100 Jahren genutzt.

Dies birgt die latente Gefahr von Investitionsstaus und Preissprüngen infolge unvorhergesehener Instandhaltungsmaßnahmen. Gerade in diesem Zusammenhang ist eine vorausschauende und nachhaltige Instandhaltungsstrategie als essenziell anzusehen.

Auch wenn es darum geht, signifikante Gebührensteigerungen durch unvor-hergesehene Instandsetzungskosten und Investitionsstaus zu vermeiden, können gezielte Instandhaltungsstrategien einen sinnvollen Lösungsansatz darstellen.


Netzneuerungsrate (10-Jahresmittel)



Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre erreicht die Juragruppe eine Netzerneuerungsrate von 3,00 %. Der Mittelwert der Vergleichsgruppe hat eine Netzerneuerungsrate von 0,72 %.


Sanierungs- und Erneuerungsrate (technische Substanzerhaltung)



Die Sanierungs- und Erneuerungsrate (technische Substanzerhaltung) der Juragruppe liegt mit 1,82 % über dem Mittelwert der Vergleichsunternehmen mit 0,98 %.


Investitionsrate

Die Investitionsrate des Unternehmens bezogen auf die Wasserabgabe betrug im Betrachtungsjahr 2,93 €/m³. Die Vergleichsunternehmen der Gruppe haben bei dieser Kennzahl einen Wert von 1,04 €/m³.


Wasserbezugskosten – Wasserpreis u. -gebühren

Da sich Wasserpreise und -gebühren üblicherweise aus einem verbrauchsunabhängigen Anteil (Grundpreis bzw. -gebühr) sowie einem verbrauchsabhängigen Entgelt (Arbeitspreis bzw. Verbrauchsgebühr) pro m3 zusammensetzen, erfolgt ein Vergleich unterschiedlicher Tarife regelmäßig auf Basis von Typfällen mit einem standardisierten Jahresverbrauch. Da allerdings die Höhe der durchschnittlichen Wasserabgabe an Letztverbraucher regional sehr unterschiedlich ausfällt, ist bei überregionalen Preisvergleichen bereits die Wahl eines einheitlichen Typfalls problematisch.

Im Falle des WU beträgt der spezifische Durchschnittsverbrauch eines Haushaltskunden 118,82 I/(Person*Tag). Der Mittelwert der Vergleichsgruppe beträgt 137,60 I/(Person*Tag). Im Folgenden werden für das WVU die
Kosten für einen definierten Haushalt auf Basis unterschiedlicher Typfälle angegeben und den Mittelwerten der Vergleichsgruppe gegenübergestellt:

Im Zusammenhang mit der nach wie vor intensiv geführten Diskussion über die Angemessenheit von Wasserentgelten sollte allerdings auch berücksichtigt werden, dass bei einem bundesweiten Durchschnittsverbrauch in Höhe von rund 124 Litern pro Person und Tag, jeder Bürger der Bundesrepublik im Schnitt pro Tag lediglich 0,27 € für Trinkwasser ausgibt

Auch ist darauf hinzuweisen, dass im Zuge der Beurteilung der Angemessenheit leider oftmals die Abhängigkeit von einer Vielzahl an Faktoren unberücksichtigt bleibt. Strukturgegebenheiten wie Topografie, Demografie, Versorgungsstruktur etc. und deren Einfluss auf die Kosten der Leistungserbringung werden beim Vergleich von Wasserentgelten oftmals nur ungenügend berücksichtigt. Wie sehr sich die individuellen Rahmenbedingungen der Versorger im Einzelfall unterscheiden können, wird eingangs in der Rubrik ,Strukturelle Rahmenbedingungen des Wasserversorgers" (vgl. S. 6) verdeutlicht.

Darüber hinaus wird nur selten berücksichtigt, dass auch die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Kalkulation der Wasserentgelte je nach Bundesland und Rechtsform höchst unterschiedlich sind. Ein bloßer Vergleich von Endkundenpreisen ist insoweit nicht geeignet, um die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens zu beurteilen.

Anmerkung der Werkleitung:
Seit Beginn des Bayerischen Benchmarkingprojektes im Jahre 2003, an dem die Juragruppe von Beginn an teilgenommen hat, ist für die Juragruppe erstmals ein unterdurchschnittlicher Wasserpreis festgestellt und das obwohl wir 2023 den Wasserpreis erhöht haben.

Die in Bayern höchsten Investitionsraten und Netzerneuerungsraten der Jura-gruppe sind unseres Erachtens hierfür maßgeblich. Man kann landauf, landab feststellen, dass bei fehlenden oder unzureichenden Unterhaltsinvestitionen die Wasserpreise in die Höhe schnellen.

Ohne die Zuwendungen des Freistaats Bayern wäre es aber auch so volumengroß nicht möglich gewesen.


Zusammengefasstes Ergebnistestat Benchmarkingbericht 2020 von Rödl & Partner

Eckdaten der aktuellen Situation


Frühwarnindikatoren der zukünftigen Entwicklung



Erkenntnisse der Kennzahlenanalyse



Über Benchmarking mit seinen möglichst flächendeckenden Kennzahlenvergleichen wurden und werden Optimierungsziele erreicht.

Das europäische Parlament hat diese Optimierungszielsetzung alternativ zur geförderten Liberalisierung mit Marktöffnung beschlossen.

Benchmarking ist für die Juragruppe ein wichtiger Baustein um sich der von der EU ständig geforderten Liberalisierung und Privatisierung erfolgreich zu widersetzen.


Die Ergebnisse der vergleichenden Untersuchungen mit 17 ähnlich großen Versorgern bestätigen

die Qualität der Leistungserbringung
die hohe Versorgungssicherheit
die vorhandene Effizienz
und den betriebswirtschaftlichen Erfolg.


Wenn Sie mehr zum Thema erfahren möchten, können Sie sich hier die aktuelle Broschüre "Benchmarking – Lernen von den Besten" des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) herunterladen.

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